NJPW Destruction in Kobe 2018 (23. September 2018) – Review

Exakt 43 Tage nach ihrem letzten Kampf standen sich zwei der größten Stars von New Japan Pro-Wrestling in Kobe gegenüber. Hiroshi Tanahashi und Kazuchika Okada, zwei der Männer, ohne die NJPW nicht da wäre, wo sie Heute verweilen. Pikanterweise konnte das “Ace” den “Rainmaker” seit August ’16 nicht mehr besiegen. Gelang es ihm diesmal?

Yota Tsuji vs. Yuya Uemara

Die neuen Jungspunde aus der New Japan Fabrik trafen im Eröffnungskampf zum nun sechzehnten Mal gegeneinander an. Man muss kein Albert Einstein sein, um zu wissen, dass alle Duelle bis dato in einem Time Limit Draw nach zehn Minuten endeten. Tsuji hatte die Größenvorteile auf seiner Seite und bearbeitete mit seiner Kraft das linke Bein mit diversen Aktionen, Uemara entkam einem Half Single Boston Crab indem er sich ins Seil retten konnte, und das unter großen Zuschauerzuspruch! Versuche von Yuya Uemara seinerseits einen Boston Crab zu zeigen, schlugen leider fehl. In den letzten Augenblicken des Kampfes regnete es Palm Strikes und Chops, ehe Uemara einen Dropkick zeigte und mit guter Ringawarness einen Einroller gelingt. Tsuji war jedes Mittel recht, so trat er auf Uemara ein, welchen er im Ansatz zum Boston Crab hatte. Die Zeit lief dann ab als Uemara im Boston Crab lag, trotz läuten des Ringgongs wollte Tsuji den Griff nicht lösen, er sucht verzweifelt den erlösenden Sieg gegen den leichteren Kollegen.

Shota Umino & Ren Narita vs. SHO & YOH

Nach ihrem Titelverlust und dem mehrfachen Anlauf die Belts zurück zu ergattern, sind YOH und SHo etwas unsichtbar geworden. Beim G1 Climax gab es zwar großartige Interaktionen mit Jay White, jedoch sollte es so kurz vor der Jr. Tag League wieder als Team gemeinsam ran gehen. Ren Narita und Shota Umino durften einige Sachen mehr als sonst zeigen, großartig wie die beiden sich über die Monate gemacht haben. Sehr schön war als Narita und Umino die Roppongi-Jungs simultan im Boston Crab gefangen am halten waren, hatten YOH und SHO doch da mit den Bucks und der Suzuki-gun eine Vorgeschichte im Jahr 2018. Interessant war die Serie an Pinfallversuchen von Narita, wenn auch YOH diese dann sofort mit dem Falcon Arrow zum Sieg beendet hatte. Rocky nervt mich mittlerweile tierisch als Sidekick von YOH und SHO.

Jushin Thunder Liger & Tiger Mask vs. Yoshinobu Kanemaru & El Desperado

Ist irgendwem aufgefallen, dass Kanemaru und “Despy” die Gürtel mittlerweile seit einem halben Jahr halten?! 202 Tage!! Die beiden haben die Championship, sage und schreibe, drei mal verteidigt und das immer gegen die selben Nasen. Uff! Harter Tobak, die Division ist tot leider. Liger und Tiger haben zuletzt 2012 die Titel getragen und mich ließ das Gefühl nicht los, dass wir hier den Sieg der Veteranen im Non-Title Match sehen. Als die Suzuki-gun wieder ihren typischen “bs” von sich gab und die beiden Maskierten während des Entrances attackierten, hatte ich schon gar keine Böcke mir das anzutun. Doch dann ging es relativ zackig, Tiger Mask konnte Kanemaru mit einem Crucifix schultern und die “Vets” haben die IWGP Junior Heavyweight Tag Team Championship nun fest im Visier.

Togi Makabe, Tomoaki Honma, Ryusuke Taguchi & Ayato Yoshida vs. Yuji Nagata, Hiroyoshi Tenzan, Satoshi Kojima & Manabu Nakanishi

Irgendwie musste ich die Undercard schaffen. Als ich Ayato Yoshida sah, ging mein Herzchen ein bisschen auf. Keine Frage ich liebe die “Dads” und auch Honma, aber irgendwie hatte ich keine Lust mehr auf Undercard, vor allem nachdem die letzten Shows eher so “meh” in der Undercard waren. Nun ja, der Kampf war nicht schlecht, eher etwas “lahm”. Die Interaktionen zwischen Ayato Yoshida und seinem “LION’S GATE Rivalen” Yuji Nagata waren mit Sicherheit das interessanteste hier. Die PKs von Yoshida waren sahnig, mann habe ich Bock auf den Kerl in der Zukunft. Nagata machte aber schlussendlich den Sack per High Angle Back Drop zu.

Beretta & Chuckie T vs. Lance Archer & Davey Boy Smith Jr.

Ich hatte im letzten Destruction Review schon angesprochen, dass mir die Heavyweight Tag Team Szene schwer auf’m Stamm geht. Mit den “Best Friends” gibt es nun ein weiteres Gaijin-Heavyweight Team, und die Killer Elite Squad ist auch noch da. In Beppu gewann “KES” noch gegen die besten Freunde, hier in Kobe war es dann anders herum. Ich habe etwas Bammel, dass man einfach wieder ne 3-er Tag Team Story in den kommenden Monaten spinnt und da wären auch wieder alle Teams Gaijins. Wie auch immer, die Killer Elite Squad dominierte weitestgehend, Smith und Archer brüllten ein bisschen herum, bis, wie aus dem nichts, Beretta Archer einrollen konnte.

Juice Robinson, David Finlay & Toa Henare vs. Jay White, YOSHI-HASHI & Will Ospreay

Nach den fantastischen Aufeinandertreffen von Will Ospreay und Kota Ibushi, befand sich der Mann aus Essex nun in einem völlig typischen Six Man Tag Team Match. Aber Obacht! Es wird weiter interessant, denn immer wenn Jay White und YOSHI-HASHI die letzten Wochen zusammen in einem Match waren, hat’s gescheppert. Die Sequenz mit David Finlay und Will Ospreay im Ring fand ich super, generell würde ich mich freuen wenn man mehr von Finlay sehen könnte. Durch all die Multimen-Kämpfe, weiß man gar nicht ob der Sprößling von “Fit” Finlay sich wirklich verbessert hat. Und da haben wir es am Ende: Henare und White lieferten sich einen Kampf im Ring, YOSHI kommt hinzu und hielt Henare fest. “Switchblade” traf nun aus versehen seinen Stablemate, konnte aber dennoch mit dem Blade Runner aus dem nichts das Match gewinnen.

Tetsuya Naito, “King of Darkness” EVIL & SANADA vs. Minoru Suzuki, Zack Sabre Jr. & TAKA Michinoku

Wie in so vielen Kämpfen, wo die Suzuki-gun involviert ist, ging direkt nach dem Ringgong gegen die Gegner. Was passierte außerdem? Klar, es wurde außerhalb des Gevierts quer durch die Halle gebrawlt. Gähn. Ich habe die gesamte, erneute, Ansetzung von Suzuki und Naito nicht kapiert, wie schon bei KAMIGOYE erläutert wurde. Stattdessen das sich der Chef der Ingobernables mit Zack Sabre Jr. prügelte, ging es weiter mit Minoru Suzuki. EVIL und Zack Sabre Jr. keilten sich stattdessen mehrfach, gab ja auch einige Scharmützel bezüglich des amerikanischen Feiertages Halloween, welchen “ZSJ” abgrundtief hasst. Wie auch immer, EVIL spielte mit TAKA ein wenig und machte den Sack zu mit seinem EVIL.

IWGP Jr. Heavyweight Title Tournament – Semi Final: KUSHIDA vs. BUSHI

Aufgrund der schweren Verletzung von Hiromu Takahashi wurde die Jr. Heavyweight Championship vakantiert und ein Vier Mann Turnier ausgerufen. Die letzten vier Champions werden daran teilnehmen und da haben wir schon ein kleines Problem, denn sowohl BUSHI als auch KUSHIDA waren die letzten neun Monate fast schon non-existent. Nichtsdestotrotz gab es diesen Kampf und die Rollen waren klar verteilt, denn wartete BUSHI nun schon mehr als zwei Jahre auf einen Singles Match Sieg gegen den mehrfachen Champion. Die Oberhand zu Beginn hatte doch tatsächlich der Ingobernables-Jünger, welcher KUSHIDA dominierte und ihn auf dem Boden zu setzte. Als der “Time Splitter” die Ringabsperrung küssen musste, sah es schon früh düster aus. KUSHIDA kämpfte sich in der Folge merklich zurück und landete mit einem krachenden Top Rope Suplex. Der Back To The Future sollte folgen, BUSHI ist ein Schlitzohr und roch den Ansatz und packte den Swinging Neckbreaker aus dem Ärmel. KUSHIDA versuchte, immer wieder, BUSHI’s Arm zuzusetzen, um den Hoverboard Lock später zu einem Erfolg zu machen. Als BUSHI mit dem MX parat stand, konterte KUSHIDA den Move in den Hoverboard Lock, jedoch gab BUSHI noch nicht auf. Referee Red Shoes Unno wurde  kurzerhand getroffen, BUSHI spuckte seinen “Mist” KUSHIDA ins Gesicht und musste doch nach zwei Back To The Futures sich geschlagen geben. KUSHIDA fährt in die Sumo Hall!

Tokyo Dome IWGP Heavyweight Title Contendership: Hiroshi Tanahashi vs. Kazuchika Okada

Es gibt keine Paarung im NJPW-Kosmos, welche mein Herz so hoch schlagen lassen kann wie diese hier. Es ist der Kampf der zwei größten Stars der Neuzeit, ohne die beiden würde New Japan nicht da stehen, wo sie nun stehen. Die Voraussetzungen sind klar: Das “Ace” konnte zuletzt am 04. Januar 2015 (!) den “Rainmaker” in einem Kampf besiegen, seit diesem Tag gab es zwei Siege für Okada und zwei 30 Minute-Time-Limit Draws. Mittlerweile kennen sich beide aus dem eff-eff, die Anfangsphase ist ruhig, denn beide befanden sich eher auf dem Boden und testeten ihre Stärke aus.  Okadas berühmter “Clean Break” Spot wurde diesmal nicht durchgezogen, er attackierte in den Seilen Tanahashi und eröffnete damit einen offenen Schlagabtausch der beiden Rivalen. Der G1 Sieger ließ keine Zeit verrinnen und spezialisierte sich auf das Knie vom “Rainmaker”, blöd nur das Tana sich selber am Knie verletzte, als er mit einem Plancha über das Seil auf Okada unsanft landete. Okada roch Lunte, ging fortan wie ein hungriger Wolf auf das Knie von seinem Erzrivalen. Man sah am Blick des “One In A Century Talent”, dass es im Knie schmerzte. Der Chef von CHAOS badete in den Buhrufen der Zuschauer, als er, wieder einmal, Tanahashi sehr spät den Break machen ließ. Tanahashi ackerte sich nach vorn, die Dragonscrew Leg Whips gaben ihm Zeit zu atmen. Als wir die Fünfzehn Minuten Marke durchbrachen, dropkickte Okada den, auf dem Turnbuckel am sitzenden Tanahashi, doch dieser konnte sich festhalten. Schlussendlich versuchte Okada das Knie mit Faustschlägen förmlich in seine Einzelteile zu zerstören. Der “Rainmaker” hatte einen Gameplan, den er mit äußerster Brutalität befolgte, wie lange konnte das Knie vom “Ace” diesem Druck noch Stand halten?

Im Figure Four Leglock rang Tanahashi mit all den bösen Geistern, Okadas Zielstrebigkeit und dem verdammten Tokyo Dome Main Event. Irgendwie robbte sich Tana zum Seil, nur um draußen wieder brutalst attackiert zu werden. Wo blieb das “Ace”? Aus dem nichts hatte Tanahashi Okada im Tombstone Piledriver und ließ Okada unsanft auf die Matten krachen. Was danach passierte ließ mich völlig erstaunt zurück: Okada wurde beinahe ausgezählt, Tanahashi hätte damit sein Anrecht auf das Titelmatch behalten, doch für Tanahashi ging es um mehr – Er wollte Okada endlich wieder besiegen. Er sprang mit seinem patentierten High Fly Flow auf den, draußen stehenden, Okada und forcierte den Sieg. Twist & Shout, Rainmaker ausgekontert, Slingblade und der High Fly Flow, doch Okada zog die Knie hoch. Was benötigt er um Okada endlich zu stoppen? Auch ein weiterer High Fly Flow reichte nicht, als der zweite folgen sollte, dropkickte Okada ihn aus der Luft weg und ließ den Tombstone folgen. Nach einer Konterserie von Lariats, brachte Okada mit dem Spinning Rainmaker nicht den Sieg nach Hause, und auch Tanahashis Dragon Suplex war nicht der Sieg. Okadas Ende wurde eingeläutet, als dieser den Tombstone von der Ringecke zeigen möchte: Tanahashi konnte Okada herunter befördern und sprang sofort mit einem High Fly Flow hinter her, ein wunderschönes Manöver! Zwei weitere High Fly Flows folgten, als Tanahashi die bösen Geister hinter sich lassen konnte.. Oder doch nicht?

“Switchblade” Jay White kam in den Ring gerannt und beförderte den ausgepowerten Gewinner mit dem Blade Runner zu Boden. Doch das war nicht alles! White attackierte “seinen” Chef Okada, Stablemate Rocky Romero bis YOSHI-HASHI.. auf die Schnauze fiel. Nun ja, YOSHI wurde von Jay White abgefertigt, bis “Switchblade” weiter auf Okada gehen wollte. Okadas ehemaliger Manager Gedo kam in den Ring und stahl Jay den Stuhl aus der Hand, nur um diesen Okada an den Rücken zu hauen. Gedo schnappte sich ein Mikrofon und kündigte an, dass Jay White schon beide besiegt hätte, er würde in den Tokyo Dome Main Event gehören. Was ein CHAOS!

 

Fotos: NJPW/Bushiroad

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