NJPW Fighting Spirit Unleashed (30. September 2018) – Review

Kurz nach den turbulenten Schlussminuten in Kobe sind wir nun in Long Beach angekommen: Fighting Spirit Unleashed fand vor 3007 Fans in der Walter Pyramid statt, mehr als 1000 Zuschauer weniger als bei der letzten Show in der Pyramid. Head to Head gegen die NFL ist weiterhin keine gute Idee, dennoch hatte die Card es in sich. Mit zwei Titelkämpfen, einem Turnierkampf und einem Dream Match Main Event kann man viel anfangen!

 

Jushin Thunder Liger, Ryusuke Taguchi & ACH vs. Rocky Romero, YOH & SHO

Was braucht man für einen schnellen, lustigen und guten Opener? Richtig, eine Prise Liger, eine Prise Taguchi und eine Prise ACH. Mich hat es sehr gefreut, dass ACH wieder zu sehen war. Ich glaube er ist einer der unterschätzten Wrestler im Independent Bereich. Mit vielen Taguchi Einlagen á la Hip Attacks und anderen Spielereien waren die Zuschauer in der Pyramid voll und ganz involviert. Man kann über Taguchi sagen was man möchte, aber der Kerl weiß einfach wie man unterhält. Die Schlussphase wurde eingeleitet mit einem Dive durch die Ringseile von ACH, Taguchi machte mit dem Dodon gegen Rocky alles klar. ACH & Taguchi 4 Jr. Tag Team League, please!

Christopher Daniels & Frankie Kazarian vs. Hangman Page & Chase Owens

Gibt es ein langweiligeres Theme als das “Spaghetti Western” Theme von Hangman Page? Eine Ansetzung die in den USA sehr gut ankommen wird, und so war’s dann auch. Die Crowd war völlig drin in dem Kampf, ich glaube immer wieder das ich vieles an den ganzen “Being The Elite” Kram unterschätze. Die “This is awesome” Chants nach einer völlig soliden Phase fand ich jedoch äußerst überzogen, aber so ist das nun mal. Das Team der BC Elite hatte sichtlich “Spaß” mit den Zuschauer zu spielen, vor allem Chase Owens ging in dieser Rolle total auf. Im Übrigen leitete Hangman die Pleite ein, als er zwar die Buckshot Lariat auf dem Apron ins Ziel brachte, beim Moonsault bekam Kaz jedoch die Knie hoch und Page landete unsanft. Owens wurde anschließend von SCU abgefertigt und nach dem “Best Meltzer Ever” geschultert. Ich denke das beide Teams “Tag League Bound” sind.


Jeff Cobb, Chris Sabin & Flip Gordon vs. Hirooki Goto, Beretta & Chuckie T

Lasst euch das auf der Zunge zergehen: Im Jahr 2018 ist Chuck Taylor bei New Japan, ab und an, aktiv. Michael Elg…äh, ich meine natürlich Jeff Cobb war auch wieder am Start in Long Beach und das als ROH Television Champion. Das “Gaijin” Seki-gun Team wurde mit zwei Juniors aufgestockt, welche auch schon beim “BOSJ” dabei waren. Ich denke, dass wir Flip und Sabin auch wirklich als Team beim Super Jr. Tag Turnier sehen könnten. Es war wirklich ein nettes Ding, Sabin, Gordon und die Best Friends haben einen wirklich guten Job gemacht, und ich war alles andere als heiß auf diese Teilnehmer. Als Cobb und Goto aufeinander prallten, das gefiel mir wesentlich mehr. Die Abläufe waren wirklich gut, die beiden passen wie Arsch auf Eimer zusammen. Natürlich musste Chuckie T dann sich einmischen, der Suplex der Best Friends an Cobb war klasse. Ein Fehler! Cobb suplexte nun beide simultant, wich einem Moonsault aus, schickte Chuckie mit einer Lariat und der Tour Of The Islands nach Hause. Goto und Cobb gerieten noch aneinander nach dem Kampf, ja gibt es uns nochmal!

Tetsuya Naito, “King of Darkness” EVIL & SANADA vs. Zack Sabre Jr., Lance Archer & Davey Boy Smith Jr.

Schön auch das aktive WWE-Wrestler im Publikum waren: Io Shirai und Kairi Sane schauen sich die Show in Reihe Eins an, läuft. “LIJ” wurden gerade von Ringsprecher Makoto Abe angekündigt als, wie sollte es auch anders sein, die Suzuki-gun sie hinterrücks attackierte. Haben wir noch nie gesehen, hust. Wie zu erwarten ging es hier um EVIL gegen Zack Sabre Jr. weiter zu spinnen, ich weiß immer noch nicht warum Naito nicht aus auf Rache ist gegen “ZSJ”. Naitos Sternstunde in diesem Kampf war, als er die Killer Elite Squad quasi im Alleingang abfertigte und EVIL einwechselte. EVIL und Zack tauschten einige Strikes aus, schön war als EVIL einen Submission Versuch von Zack in einen Suplex konterte. Der Engländer konterte wiederum Everything Is Evil, musste daraufhin aber den Darkness Fall einstecken, wo er aber bei zwei auskicken konnte. Mit einem Clutch Pin (inklusive Mittelfinger!) überraschte Sabre Jr. EVIL und schnappte sich den Sieg für die Suzuki-gun. Ich hasse die Kameraschwenker die sie in den USA benutzen, moah.

 


Hiroshi Tanahashi & KUSHIDA vs. Jay White & Gedo

Allein das Gedo mit einem “New Balance Tracksuit” raus kam, ließ mich schon für das (Ex-)CHAOS Team sein. Das Ace hatte, direkt zu Beginn, keinen Bock zu warten und attackierte Jay White sofort außerhalb des Ringes. Im Vorfeld hat wohl niemand, der einen klar denkenden Verstand besitzt, gedacht, dass wir hier einen fairen Kampf sehen werden. Das Dou aus White und Gedo benutzte jede erdenkliche Möglichkeit um nur irgendwie die Regeln zu brechen, Stichwort Kabel. Tanahashi schien aber auf Kurs zu sein, als er Twist & Shout anbringen konnte, gefolgt vom Slingblade, anschließend stieg er auf’s Seil. Was musste dann natürlich passieren? White packte sich den Referee, Gedo schlug das “Ace” mit einem Schlagring und White konnte den Sieg via Blade Runner davon tragen. Post-Match bekam riesen Heat der Crowd, zeigte Unverständnis warum Okada schon einen Shot auf den Tokyo Dome Kontrakt bekam. Tanahashi vs. White wird mit großer Wahrscheinlichkeit bei “KOPW” statt finden.

IWGP Jr. Heavyweight Title Tournament – Semi Final
Will Ospreay vs. Marty Scurll

Wie mein Kollege von KAMIGOYE schon richtig anmerkte, ist die Geschichte von Marty Scurll und Will Ospreay sowas von durch erzählt. Aber in einer Gedo’schen Welt, wo das Murmeltier täglich grüßt, ist alles im Bereich des möglichen. Nichtsdestotrotz muss man anerkennen, dass beide sich aus dem Effeff kennen und ein schlechtes Match mit beiden nahezu unmöglich ist – Und so war es dann auch. Ich hatte mich gefragt wie die beiden nach ihrem Kampf von Sakura Genesis (April 2018) noch irgendetwas zu erzählen hätten, aber irgendwie haben sie ihre Zeit gut gefüllt. Ospreay legte sofort los wie die Feuerwehr und ich hatte für eine kurze Zeit das Gefühl, dass Ospreay das Ding nach wenigen Minuten gewinnen könnte. Ich hätte mir sowas in der Art gewünscht, um wieder etwas Pfeffer in die Rivalität der Briten zu bringen. Es folgten unzählige verrückte Spots aus dem Ring, was mich aber viel mehr beeindruckte war die Phase, als die beiden sich die Strikes und Kicks nur so um die Ohren hauten. Vor allem die Lariats sahen sehr schön aus! Ich muss zugeben, dass ich mich erwischt habe Spaß zu haben, hehe. Scurll ohne seinen ganzen Comedy-Blödsinn ist einfach so viel besser. Schlussendlich konnte Scurll allerlei Aktionen Ospreays auskontern oder einstecken und rauskommen, ehe er den Mann aus Essex mit einem Super Tiger Suplex schwer zusetzte und ihn mit einer Lariat und dem Graduation tatsächlich besiegen konnte. Schickt Marty seinen Nemesis etwa zu den “Heavyweights”?

 

IWGP Tag Team Championship
Nick Jackson & Matt Jackson (c) vs. Tama Tonga & Tanga Loa

In den letzten Wochen haben die “Guerillas of Destiny” jede Menge einstecken müssen, allen vor ran wegen dem G1 Aktionen. Und ja, auch ich finde das der “Firing Squad” Angle einfach verpufft ist. Eins muss ich dennoch sagen, die “GoD” sind in normalen Teamkämpfen eigentlich immer unterhaltsam. Und woran genau kann man dies erkennen? Wenn die Kämpfe keinen Nonsense beinhalten und es eine Story gibt. Matt Jacksons Rücken war die gesamte Zeit über ein Thema, ein Körperteil eines Wrestlers, welches seit Wrestle Kingdom 12 ein Thema in den Young Bucks Matches ist. So auch hier! Die Guerillas bearbeiteten den Rücken Matts und schon hast du ein interessantes Match gehabt. Viel wichtiger für das Match war noch, dass die Zuschauer klar hinter den Bucks standen: Sie haben alle mitgefühlt, mitgefiebert und mitgehofft. Ich fand das US-Publikum immer recht fad, hier jedoch ging es ab wie Schmitz Katze. Als die Bucks, schon schwer gezeichnet, irgendwie Superkicks und den More Bang For Your Bucks durchbrachten, kamen Tamas Gun Stun aus dem Nichts. Tangas Apeshit reichte nur für zwei und Matt kämpfte wie ein angeschossener Löwe gegen die Übermacht, wurde dann aber doch nach dem Guerilla Warfare geschultert. Die Titel wechseln..mal wieder.

IWGP US Heavyweight Championship
Juice Robinson (c) vs. Cody

Für mich eine schwere Kost Cody wieder mehr als zehn Minuten im Ring zu sehen, aber was tu’ ich nicht alles für die treuen Leser. Ja ich bin kein Fan von Cody, ich finde ihn zum gähnen, aber ich stehe damit wohl so ziemlich alleine da, jedenfalls momentan. Alleine Codys Spielchen in diesem Match, dass war mir alles schon wieder zuviel. Siebzehn Minuten lang, uff. Aber um Gottes Willen, man kriegt einen völlig solide Kampf, für Cody Fans ist der Kampf, wahrscheinlich, auch angenehmer als für mich. Die Finishing Sequenz war richtig gut, ich mochte das alles sehr. Cody und Juice tauschten Strikes und Jabs aus, bis Cody keine Böcke mehr drauf hatte und Juice einfach ein Eye Poke und einen Superkick verpasste. Es folgten Two-Counts, ehe Juice die “Big Left” ins Ziel brachte und einen Superplex vom Seil folgte. Was kam dann? Cody ist halt Cody. Er rollte Juice zu einem Cradle ein und schnappte sich, wie bei ALL IN, den Gürtel mit einem Einroller. Schade, ich glaube den Juice-Run hat man völlig verschenkt.


Kazuchika Okada & Tomohiro Ishii vs. Kenny Omega & Kota Ibushi

Ich glaube ich muss nicht anfangen was diese vier Männer können. Naja was soll man da auch sagen? Ein ausgezeichneter Kampf mit tollen Nearfalls, schönen Sequenzen zwischen den einzelnen Protagonisten und keinem Nonsense-Shit. Super! Einfach “straight wrestling”, dass die CHAOS Thematik völlig außer acht gelassen wurde ist, meiner Meinung nach, auch in Ordnung. Ich glaube es hätte nicht gepasst, wenn man nun mit zu viel Input von Außen gearbeitet hätte. Auch hier brillierte der Kampf mit dem Ende, was durch die Doppelteam Aktionen und den Nearfalls sehr spaßig und kurzweilig war. Allein schon wie am Ende Ishii mit Kicks von beiden eingequetscht wurde, Okada mit einem Big Boot gegen die Guardrail knallte und der Golden☆Trigger dem “Stone Pitbull” den Rest gab – Großes Kino! Was passierte danach denn noch? Kenny Omega bedankte sich brav beim anwesenden Publikum, welches deutlich weniger ausfiel als bei der letzten Pyramid Show, und brachte seinen Buddy “Ibutan” als Herausforderer für den anstehenden King Of Pro Wrestling Event ins Spiel. Und ratet mal wer was “dagegen” hatte? Richtig, Cody! Ich verstehe nicht warum Cody das nun dritte (!) IWGP Heavyweight Championship zugeschustert bekommt. Ja, er ist der Meister Manipulator und ja, man kann damit argumentieren, dass es passt aber C’Mon! Er hat bisher alles wichtige an Kämpfen verloren, nein das raff’ ich nicht. Man wird sich, wahrscheinlich, Kenny-Kota II noch aufsparen für einen noch größeren Event, beispielsweise ROH/NJPW in Madison Square Garden oder Dominion. Nun gut, ich bin raus!

 

Fotos: NJPW/Bushiroad

Show: Fighting Spirit Unleashed

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