NJPW World Tag League 2018 Final (09. Dezember 2018) – Review

Mit ganz kleinen Schritten nähern wir uns immer mehr dem größten Tag des New Japan Kalenders, doch bevor wir zum Tokyo Dome reisen gab es in Iwate das finale der World Tag League. Nicht nur die Trophäe der Schwergewichts Teamkampf Division wurde ausgefochten, auch die NEVER Championship stand heute auf dem Spiel. Champion Hirooki Goto verteidigte den Gürtel gegen Kota Ibushi, kurz zuvor wurde auch gleich mit der #1 Herausforderer ausgekämpft.

Togi Makabe, Toa Henare, Ayato Yoshida & Shota Umino vs. Yuji Nagata, Manabu Nakanishi, Satoshi Kojima & Hiroyoshi Tenzan

Henare und Nakanishi begannen den munteren Eröffnungskampf und wenn ich Nakanishi sehe, tut mir alles weh. Der Kerl ist so durch, kann sich kaum noch bewegen und alles passiert in Slowmotion. Würde ich mit Mitte 50 aber so aussehen, würde ich das nahtlos so unterschreiben. Die Rettung kam in Form von Kojima und Tenzan, die etwas mehr Bewegung ins Geschehen brachten.

Kämpfe wo die jungen Löwen involviert sind, sind meistens eine der liebsten Sorte für mich. Umino und Yoshida zeigten wieder great fire und effort gegen Nagata und Co., konnten sich aber einfach nicht durchsetzen gegen die Veteranen. Yoshida gelang in der Schlussphase einige harte Kicks, musste aber aus dem nichts die Lariat von Kojima fressen.

Davey Boy Smith Jr., Lance Archer, Takashi Iizuka & Minoru Suzuki vs. Chuckie T., Beretta, Michael Elgin & Jeff Cobb

Iwate blieb nicht verschont von einem typischen Suzuki-gun Brawl durch die Crowd und Halle. Gast Kommentator Excalibur durfte also aus nächster Nähe mit erleben, was es heißt bei New Japan zu kommentieren. Suzuki malträtierte den armen “Kentucky Gentleman” völlig. Aber Obacht liebe Fans der japanischen Ringkunst, es ging auch anders. Elgin und Smith Jr. zeigten im Geviert einen sauberen Powerhousecatch und anschließend auch Cobb und Archer. Herrlich!

Suzuki und Chuckie begegneten sich auch mal im Ring, die Mimiken vom “Gun-Boss” waren wieder erste Sahne. Die beiden lieferten sich ein Striking Battle, ehe Iizuka irgendwann dazu kam und Leute biss. Chuckie T hat momentan anscheinend arge Probleme mit seinem Eierkopp, schlug er einfach jeden mit einem Stuhl kurz und klein, sogar seine Teammates, ehe Beretta ihn Backstage schubste.

El Desperado, Yoshinobu Kanemaru & Zack Sabre Jr. vs. SHO, YOH & Tomohiro Ishii

Schweinchen Schlau Gedo! Alle sechs Herren haben bei Wrestle Kingdom in irgendeiner Kombination miteinander zu schaffen, so war es nicht wirklich verwunderlich, dass es intensiv wurde. ZSJ und Ishii wollten den Kampf beginnen und tauschten einige Nettigkeiten aus in Form von Strikes oder Slaps. Der “Stone Pitbull” überraschte den Engländer jedoch, da er auf jedem Hold eine Antwort parat hatte. Relativ flott war der typische Suzuki-gun Still dann doch adaptiert, als die böse schwarze Meute sich mit den CHAOS Buben außerhalb brawlte.

Die Juniorgewichte hatten sehr heiße Momente im Kampf, der Fokus lag aber wohl klar auf Ishii und Zack Sabre Jr. Groß anrichten konnte der New Japan Cup Sieger von 2018 nichts, die Roppongis schalteten Sabre Jr. und Desperado aus, während der Stone Pitbull im Ring alles klar machen konnte gegen Kanemaru.

Yujiro Takahashi, Chase Owens & Hangman Page vs. BUSHI, Shingo Takagi & Tetsuya Naito

Random Tag Team Match! Da Chris Jericho keine kleinen Shows workt, musste Naito mit seinem Compagnions halt gegen die BC Elite antreten. Achtung es passierte etwas mit der Crowd denn Yujiro forderte in feinster Yujiro Manier doch tatsächlich seinen ehemaligen Buddy Tetsuya Naito zum heißen Tanz auf. Die beiden gingen wirklich “NO LIMITs” (hehe) und packten die ganze Trickkiste der Fieslinge aus: Von Spucken über’s beißen war alles dabei.

Die großen Arbeiter des Abends waren aber natürlich andere, denn Hangman Page war ja im Match dabei. Apropos Page, der Cowboy vom Dienst und der Drache Shingo hatten einige feine Momente im Kampf, welche sichtlich Spaß gemacht hatten. Den Sieg staubte dann der Star im Kampf ab, Naito pinnte Arbeitsbiene #2 Chase Owens nach dem Destino.

Taiji Ishimori, Bad Luck Fale & Jay White vs. KUSHIDA, Toru Yano & Kazuchika Okada

Die inoffizielle Seki-gun und CHAOS machten über die Tour hinweg mehrmals gemeinsame Sache um gegen den neuen BULLET CLUB vorzugehen, so auch hier! Wie es in den letzten Wochen so üblich war, griff Okada Jay White sofort an. In Zusammenarbeit mit dem Jr. Heavyweight Champion KUSHIDA räumte Kazu erst einmal ganz fein den Ring auf.

Auch wenn die beiden Paarungen Ishimori-KUSHIDA & Okada-White schon für viel Appetit gesorgt hatten durch das Match, war dann das Hauptaugenmerk doch eher auf das Ende gerichtet. Fales Grenade war zuviel für Yano, die beiden rasselten zuvor auf amüsante Art und Weise aufeinander. Nach dem Match attackierte der CLUB Yano weiter, ehe (ausgerechnet) Togi Makabe den Save für Yano machte. Dazu muss man sagen, dass die beiden sich über die Jahre nicht mehr mochten nachdem Yano einst Makabe betrog und zu Nakamura turnte, damals war es die Geburt von CHAOS.

Ryusuke Taguchi, David Finlay, Juice Robinson & Hiroshi Tanahashi vs. Marty Scurll, Nick Jackson, Matt Jackson & Kenny Omega

Goofy stuff! Der Villain kann auch anders und lässt sich wieder zu viel Comedy hinreißen als er mit Taguchi Japan-Chef Ryusuke Taguchi den Kampf begann. Meiner einer hatte mit etwas echterem Ringgeschehen gerechnet, wurde aber weitestgehend eines besseren belehrt.

Alles in allem hat der Kampf dennoch viel Spaß gemacht, war es einfach eine sehr nette Angelegenheit. Der Schreiber dieser Zeilen hatte zwar sichtlich mehr Spaß wenn Tanahashi keinen Bock auf goofy fun hatte, aber hey ich kann auch gönnen hmkay? Zum Schluss tauschten das “Ace” und der Champ fein Strikes aus, ehe Omega Tana mit einem V-Trigger förmlich ausknockte. Just danach flog Taguchi in die Luft und wurde mit dem Indytaker der Bucks ausgeschaltet.

NEVER Openweight #1 Contenders Match
Taichi vs. Will Ospreay

Schon bei Power Struggle sollte dieser Kampf statt finden, doch aufgrund Wills Verletzung kämpfte Taichi, damals als NEVER Openweight Champion, gegen Ospreays Stablemate Goto und verlor den Belt prompt. Taichi attackierte Ospreay noch vor dem Ringgong an und das resultierte in einem wirklich unterhaltsamen Kampf. Der Brite ist sowieso ein total durchgeknallter Kerl, schiss er doch auf seine noch angeschlagenen Rippen und feuerte sein ganzes Arsenal auf Taichi ab. Letzterer fixierte die bandagierten Rippen des “Aerial Assassin” und schien damit die Oberhand zu gewinnen.

Mein Freund Taichi lieferte Heute auch einfach ab, man muss den Kerl nicht mögen, aber Freunde erkennt bitte an, dass er in diesem Kampf wirklich gut dabei war. Taichi ließ die Hüllen, naja die Hosen, fallen und Will sollte sich auf ordentlich Prügel einstellen! Das der Mann aus Essex dann aber aus mehrfachen Coverversuchen entkam, war nicht nach Taichis Geschmack. Taichi konnte zwar den OsCutter entkommen, nach einem Kick ins schöne Gesicht gefolgt vom Stormbreaker war Schicht im Schacht. Wer hätte es gedacht?

NEVER Openweight Championship
Kota Ibushi vs. Hirooki Goto (c)

Was für ein Schlitzohr dieser Goto! Da wollte der amtierende Champion doch glatt aus dem Handshake das Ende für Ibushi besiegeln, doch weit gefehlt denn der “Golden Star” schaltete schnell und konnte Goto abfertigen. Der Champion nahm das Heft in die Hand und quälte “Ibutan”, der sich mit waghalsigen Manövern immer wieder Luft verschaffte. Ibushi halt, frei nach dem Motto “was mich nicht tötet, macht mich doch nur stärker”.

Beide Akteure sind bekannt dafür “All In” zu gehen, so war es nicht wirklich verwunderlich das wirklich alles auf den gegenüber geschleudert wurde. Gotos Code Red von der Ringecke kam nicht durch, dafür brachten sich die beiden gegenseitig mit Lariats um. Soviel zum Thema! Goto konnte danach das Kamigoye auskontern und Ushigoroshi zeigen, ein Cover danach ging nur bis zwei. Auch Kota machte mit dem “Cover for two” bekannt, ebnete seinen Weg zum Titelgewinn aber so, als er zweimal “GTR” ausweichen konnte und Goto mit einem Kneestrike, einem Headbutt und schlussendlich mit dem Kamigoye nieder rang. Zur Überraschung von niemanden kam nun Will Ospreay und forderte Ibushi zum heißen Tanz bei Wrestle Kingdom heraus. Abgehn!

World Tag League 2018 Final
EVIL & SANADA vs. Tama Tonga & Tanga Loa

Einem Jado darf man nicht mehr den Rücken zu drehen! Der diebische Manager des BULLET CLUBs zögerte keine Sekunde und griff EVIL mit dem Kendo Stick an, die GoD nutzte die Chance und es konnte los gehen. In typischer NJPW-Heel Manier ließen die Tongans ihre Gegner durch den ganzen Iwate Industrial Bunker purzeln. Immer wenn sich die Chance ergab die Regeln zu brechen war der BULLET CLUB dabei, denn Jado draußen zu haben war eine wichtige Personalie mit seinen gezielt getimten Attacken.

Die Fans in Iwate standen im weiteren Verlauf des Kampfes wie eine Eins hinter den Unregierbaren und diese brauchten die Unterstützung auch gegen die Überzahl des CLUBs. Die Schlussphase hatte etwas magisches an sich, und damit meine ich nicht den “Magic Killer” der Guerillas Of Destiny, viel mehr war SANADA dran beteiligt. Die GoD hatte “Cold Skull” in ihren Fängen, Jado mischte auch noch mit und es sah alles nach einem Turniersieg für die IWGP Tag Team Champions aus. Die Super Bomb sollte SANADA in zwei teilen, ein Move welcher noch niemand (!) hat überstehen oder auskontern können, doch SANADA gelang es. Mit einer Hurrincanrana befreite er sich von den Tongans und trotz eines Ref Bumps in der Folge gab es nach dem Darkness Falls von EVIL und einem Moonsault von SANADA das Ende. Back to Back Tournament Champions!

Doch vorbei war die Show noch nicht. Wie schon von mir auf Facebook prophezeit kamen natürlich die Young Bucks zum Geviert und schalteten sich in das Titelgeschehen für Wrestle Kingdom ein. Und ja: Die Bucks hatten zwar einen Punkt der richtig war und der sie eventuell zu einem Titelmatch berechtigte, aber das Turnier wiederum völlig wertlos werden ließ.

Fazit: Eine unterhaltsame Endshow der Tag League! Als Build-Up für Wrestle Kingdom war das doch ordentlich und machte Lust und Laune auf mehr. Wir bekommen Ospreay gegen Ibushi und das ist doch wunderfein. Apropos Ospreay, der Kampf gegen Taichi war wirklich gut und war mein Kampf des Abends. Das Finale der Tag League war mir ein paar Minuten zu lange, aber who cares? Gebt es euch!

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