Pro Wrestling NOAH Global Jr. League 2018 (04. Oktober 2018) – Review

Wenn es meine Zeit zwischen Weib, Balg und Maloche zulässt und New Japan es gerade mal etwas ruhiger angehen lässt, ist auch immer wieder Platz für anderen Wrestlingkram drin. So wie für Pro Wrestling NOAH, einst eines der Schwergewichte Japans sind die “Grünen” momentan meilenweit davon entfernt den Tokyo Dome zu füllen. Die Fanbase ist loyal, einige Kombattanten ebenso und so schaute ich mal in die Show vom 04. Oktober hinein: NOAH in der Korakuen Hall, dass Finale der Global Jr. League (Das Äquivalent zu NJPWs Best Of The Super Jr.) stand auf dem Programm und im Hauptkampf gab es ein GHC Heavyweight Championship Match zwischen Takashi Sugiura und Katsuhiko Nakajima.

Hajime Ohara, Ikuto Hidaka & Takuya Sugawara vs. Hiroshi Yamato, Masao Inoue & Seiya Morohashi

Ohne große Umschweife wurde direkt begonnen, was an der TV-Übertragung liegen mag, schämt euch Samurai TV! Seiya Morohashi startete erst einmal mit einer German Suplex Serie gegen alle drei Kontrahenten, was einen schönen Einstieg geboten hat. Veteran Hajime Ohara bestach immer noch durch eine gewaltige Anzahl an Speedmanövern, kickte er gleich drei mal hintereinander Yamato weg und lief immer wieder an um seinen Gegner zu schwächen. Als Hidaka und Inoue ins Geschehen kamen, kam Inoue kaum durch die Seile, da kickte Hidaka ihn schon munter gegen das Schienbein. Inoue war durchgehend pissig, lief an um Hidaka zu jagen, doch dieser rollte ihn einfach zum Three-Count ein.

Atsushi Kotoge vs. Kikutaro

“BUFFET CLUB” Chef Kikutaro hatte Kotoge so lieb, dass die beiden sich sogar umarmten und den Kampf gar nicht wirklich starten lassen wollten. Der Referee hatte da etwas gegen und musste beide wieder zurück in den Ring führen. Und wie das so üblich ist bei Kikutaro Matches, gab es einige Lacher und Schmunzerl: Nach zwei erfolgreichen Arm Drags versuchte sich Kikutaro an den dritten, doch Kotoge blieb einfach stehen und Kikutaro landete unsanft auf seinem Gesäß. Die “Penis” Sequenz gab es noch oben drauf, das ausgepowerte Chop Duell ebenfalls und einen Ref “Bump” auch noch. Am Ende war Kotoge mit dem Revolution Cloak Splash siegreich und beendete das Comedy Match.

Go Shiozaki, Kaito Kiyomiya & Masa Kitamiya vs. Hitoshi Kumano, Junta Miyawaki & Yoshiki Inamura

Go mit zwei jungen Kerlen gegen die ganz jungen Kerle: Yoshiki Inamura versuchte direkt Shiozakis Brust zu zerstören, war aber dann sein Untergang. Der ehemalige GHC Heavyweight Champion ging mit dem Jungspund auf die Matte und zerlegte ihn dort, bis es wieder in den Stand ging. Das Feuer brannte in Inamura, aber allein mit Feuer und einem eisernen Willen ging es gegen Go Shiozaki nicht! Wie auch bei New Japan liebe ich das angesprochene Feuer und den “Fighting Spirit” der jungen Garde, als sie hier in der Überzahl versucht haben Kitamiya zu besiegen war einfach köstlich. Das es dann noch nach hinten los gehen sollte, war nicht geplant, denn ausgerechnet Kitamiya ließ Inamura im Sharpshooter tappen.

Kenou vs. Kouki Iwasaki

Jup fett! Kenou und Kouki Iwasaki (von DDT) ließen es nicht ruhig angehen und feuerten sich die Punches und Kicks nur so um die Ohren, herrlich. Es war ein relativ kurzes Match mit fast sieben Minuten, aber bei dem Tempo war das kein Wunder und sogar sehr gut gebookt. Kenou zerstörte Iwasaki mit Kicks gegen den Rücken oder die Brust, als der ehemalige Champion den am Boden sitzenden Mann von DDT trat, setzte sich Kenou anschließend hin und forderte Iwasaki nun auf ihn zu treten. Iwasaki wollte gegen den erfahrenen Kenou einfach nicht nachgeben und versuchte mit jedem Tritt stärker zu sein, leider war Kenou der stärkere und Iwasaki nahm mehr Schaden als er austeilte. Nach einem Penalty Kick war die Sause vorbei, Iwasaki bedankte sich brav und fertig war der Lack.

Hi69, Minoru Tanaka & Yoshinari Ogawa vs. RATEL’S (Daisuke Harada, HAYATA & Tadasuke)

Wie kann man die RATEL’S beschreiben? Vier hippe Jungs, die einen Kult Status bei den Fans von NOAH genießen, vor allem bei der weiblichen Fraktion. Ich jedoch freute mich sehr auf Minoru Tanaka, einem mehrfachen IWGP Junior Heavyweight und Junior Tag Champion, welcher nun seit geraumer Zeit für NOAH antrat. Die RATEL’S brachten die schnelle Komponente in den Kampf, auf der anderen Seite gab es harte Kicks und Tricks. Tanaka zerstörte mit seinen Tritten mehrfach die Brustkörbe der RATEL’S, es sollte allerdings nicht reichen. Hi69 verfing sich in einem Einzelkampf gegen GHC Junior Heavyweight Champion Daisuke Harada, wurde in Mitten des Ringes dann von einem krachenden German Suplex überrascht und sofort mit dem Hold gepinnt. Minoru Tanaka saß pissed in der Ringecke!

50 Funky Powers (Mohammed Yone & Quiet Storm), Akitoshi Saito & Naomichi Marufuji vs. Cody Hall, KAZMA SAKAMOTO, Maybach Taniguchi & Mitsuya Nagai

Was ein Team! Die 50 Funky Powers und die Tag Champions zusammen und ja, Akitoshi Saito ist im Jahr 2018 doch tatsächlich mit einem Gürtel unterwegs. Die Hooligans, jedenfalls wurde das Heel Team so durchgehend genannt, griff die Faces vor dem Ringgong noch an. Suzuki-gun reloaded! Die bösen Buben tragen die Veranstaltung ins Publikum, warfen mit Stühlen und anderen Dingen um sich und wollten die Auseinandersetzung möglichst schnell beenden. Cody Hall, seinerseits Sprössling vom größten Intercontinental Champ aller Zeiten, spielte seine Größenvorteile gekonnt gegen jeden aus. Ich muss sagen, dass er sich seit seinem New Japan Abgang doch ein Stückchen weit verbessert hat. Die Überraschung folgt aber zum Schluss: Nicht etwa der 100 Jährige Saito wird gepinnt oder Quiet Storm, nein Marufuji fraß den Pinfall nach einer Double Powerbomb von Hall und Taniguchi. Letzterer schulterte den GHC Tag Team Champion, ein Titelkampf scheint schon fest zu stehen.

Global Junior League 2018 Final Match
Kotaro Suzuki vs. YO-HEY

Das Finale des Junior Turnieres und die Finalisten könnten unterschiedlicher nicht sein. Kotaro Suzuki, mittlerweile schon 40 Lenzen auf’m Buckel, straighter Wrestler und erster Absolvent des NOAH Dojos (mittlerweile aber Freelancer) traf auf YO-HEY von den RATEL’S: Ein flippiger, verrückter Typ, der aus dem Dojo von Dragon Gate entsprang. Kam unfreiwillig zu Ruhm, da er der Hauptakteur im “Cora-Fall” 2009 war. Die Fans standen dennoch wie eine Eins hinter YO-HEY, der die Unterstützung sichtlich genoss. Irgendwie kam ich ins Match nicht so rein wie ich wollte, es war dennoch ein völlig solider Kampf ohne das ganz große Spektakel. YO-HEY traf Suzuki mehrfach mit dem Ganmen-G, aber Kotaro Suzuki kam jedes mal aus dem Cover heraus. Als YO-HEY den Ganmen-G von der Ringecke ein zweites mal zeigen wollte, fing Suzuki ihn auf, zeigte eine Powerbomb und pinnte den ehemaligen Dragon Gate Fighter nach dem Requiem. Leider eine sehr kurze Finishing Sequenz, welche aber wirklich gut war. Kotaro Suzuki gewann seine erste Global Junior League und legte sich nach dem Kampf natürlich mit Jr. Champ und YO-HEY Buddy Daisuke Harada an!

GHC Heavyweight Championship
Takashi Sugiura (c) vs. Katsuhiko Nakajima

Ich liebe Nakajimas Theme und ich liebe es wie er drauf ist! Sein Run als Face Champ war alles andere als prall, sein Run als Heel mit Kitamiya ging ab wie Schmitz Katze. Meine Güte ist der Kerl ein fieser Drecksack. Auf der anderen Seite war Sugiura, der Champion, der Altstar, der seinen dritten Frühling momentan erlebt. Bevor die beiden sich überhaupt einmal berührt hatten, legte sich Nakajima ganz frech einfach in den Ring und ließ es “tranquillo” angehen. Dem Lock-Up wollte er auch entgehen und ließ sich so ins Seil fallen, Sugiura gefiel das alles gar nicht. Nakajima verhöhnte den Champion, so duckte er sich unter jedem versuchten Schlag hin weg und konterte. Außerhalb des Gevierts schreckte der Herausforderer vor nichts zurück, knallte er Sugiura einen Stuhl an den Leib und wischte mit dem Fuß über das Gesicht des Veteranen.

Suguira kam zurück und versuchte mit Härte Nakajima Manieren bei zu bringen. Das einzige Problem war, dass Nakajimas Kicks dem Champion wirklich schwer zusetzten. Egal aus welcher Lage sie kamen, sie waren immer äußerst gefährlich. Sugiura konnte einen Penalty-Kick Nakajimas zwar festhalten, musste sich aber in der Folge wieder dem flinkeren Gegner mehrfach geschlagen geben. Als die beiden Backpfeifen austeilen, duckte sich Nakajima wieder und wieder und verpasste Sugiura harte Ohrfeigen. Eine Reihe von Ellbogenschläge folgen und der Champion sah legit ausgeknockt aus! Als Nakajima einen Kick gegen den Kopf landen möchte, duckte sich Sugiura, jedoch nur weil er ausgepowert im richtigen Moment zu Boden fiel. Der “PK” sollte das Ende Sugiuras Titelregentschaft sein, wieder verteidigte sich die “Killing Machine” und konnte Nakajima schlussendlich im Ankle Lock zur Aufgabe zwingen.

Fazit: NOAH präsentierte uns eine zwei Match Show, welche aber dennoch völlig solide war. Es gab hier keine Ausreisser nach oben in der Undercard, aber wirklich gutes eben auch nicht. Der Hauptkampf war fantastisch und wenn man nicht den ganzen Tag Zeit hat, dann sollte man sich eben nur Sugiura gegen Nakajima geben!

Fotos: Pro Wrestling NOAH

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