TAKAYAMANIA EMPIRE (31. August 2018) – Review

Minoru Suzuki ist den meisten Menschen auf der Welt als sadistischer Bastard bekannt, aber der Anführer der Suzuki-gun kann auch anders. Für seinen schwer erkrankten Freund Yoshihiro Takayama organisierte er Ende August eine Show in der Tokyo Korakuen Hall. Die Erlöse gingen an Takayama selbst, etliche Freunde, ehemalige Weggefährten und Legenden gaben sich die Klinke bei TAKAYAMA EMPIRE und ich werfe, etwas verspätet, einen Blick drauf!

[Nicht wundern über einige Links, ich habe dort Kämpfe der Beteiligten auf NJPW-Boden verlinkt]

Battle Royal
Shinjiro Otani vs. Sanshiro Takagi vs. Masao Inoue vs. Michael Nakazawa vs. Gurukun Mask vs. Takashi Sasaki vs. Rocky Kawamura vs. KAZMA SAKAMOTO vs. Yukio Sakaguchi

Ein schöner Beginn für eine spaßige Show! Eine Battle Royal ist nicht unbedingt meine präferierte Matchart, war jedoch in diesem Fall absolut in Ordnung und, wie gesagt, ein schöner Kick-Off für die große Sause. Die Battle Royal war mit vielerlei verschiedenen Charakteren gespickt, beispielsweise DDT-Präsident Sanshiro Takagi, Deathmatch Wrestler Takashi Sasaki oder Michael Nakazawa.  Masao Inoue war der erste der gehen musste, als er von allen anwesenden Teilnehmern gepinnt wurde. Bei jedem Schrei von KAZMA SAKAMOTO, ehemals mal in Stamford auf der Gehaltsliste, habe ich mich erschrocken wie sonst was. Mensch eh! Alles in allem ne lustige Sause zum aufwärmen, Zero-1 Wrestler Shinjiro Otani konnte das Ding gewinnen. Glühstrumpf!

Takashi Sugiura & Meiko Satomura vs. Chihiro Hashimoto & Hikaru Sato

Richtiges Wrestling wuhu! Hikaru Sato, Schüler von Minoru Suzuki und auch MMA Kämpfer, teamte mit Chihiro Hashimoto von den Sendai Girls gegen die legendäre Meiko Satomura (ebenfalls Sendai Girls), dort noch KO-D Champion von DDT, und GHC Heavyweight Champion Takashi Sugiura von Pro Wrestling NOAH. Drei Champions in einem Match und… Hikaru Sato! Ich bin ja eigentlich nicht der große Fan von Frauenwrestling, aber Hashimoto und Satomura hatten wirklich sehr coole Phasen, wo Hashimoto einen Gutwrench Suplex zeigte und Satomura bei null heraus kam, Staredown inklusive!

Sugiura erlebt auch seinen zweiten Frühling bei NOAH, konnte er hier relativ gut mit Satos Griffen mithalten, nur um postwendend in einem brutalen Armbar zu landen. Die Korakuen Hall wachte so richtig auf, als Sato Hashimoto ins Rennen schickte. Chichiro klammerte sich wie ein Äffchen an Sugiura und versuchte ihn doch tatsächlich zu suplexen! Kurze Zeit später schaffte sie es doch tatsächlich Sugiura hochzuhieven, nur um sich dann (samt Sugiura) in der Ringecke auswechseln zu lassen. Satomura hatte auch ihre Phasen gegen den männlichen Gegenpart, welcher schlussendlich von Sugiura und Satomura abgefertigt wurde. Nach Kicks von Meiko und einem Knie ins Gesicht von Sugiura wurde noch ausgekickt, nach dem Olympic Slam war jedoch Feierabend.

Takao Omori & Danshoku Dino vs. Jun Akiyama & Dick Togo

Was für Teams! Da teamte Takao Omori doch tatsächlich mit DDT-Ulknudel Danshoku Dino, der sich mehrfach im Publikum schmucke Burschen für seine Kusstiraden ausgesucht hatte. Uncle Jun sah etwas angewidert von Dino aus, es sollte also ein Fest werden. Und es ging auch genauso los, wie ich es mir vorgestellt hatte. Dino versuchte Akiyama mehrfach zu knutschen, der hatte darauf natürlich wenig Böcke, musste sich aber mehrfach von Dino befummeln lassen. Mit Dick Togo und Takao Omori wurde es dann doch was ernster, viele Griffe und ringen auf dem Boden. Dino kam jedoch wieder schnell ins Spiel und knöpfte sich Dick Togo vor, urks. Ich weiß gar nicht wie viele “Dick Spots” Dino gemacht hat, er würde jedoch perfekt in die “Penis Riege” von den ALL IN Jungs passen. Das Dino dann mit seinen eigenen Waffen besiegt wurde, war auch ein Fest. Es ging, stilecht nur mit Tanga bekleidet, für Dino ins Gesäß von Togo, ehe Akiyama ihn mit seinem patentierten Exploder erledigen konnte.

Takaku Fuke & Takuma Sano vs. Naomichi Marufuji & Isami Kodaka

Wieder eine schöne Paarung! Takaku Fuke kämpfte im MMA-Bereich gegen Legenden wie Ken Shamrock, Minoru Suzuki oder Bas Rutten und war nebenbei noch eine Osaka Pro Legende. Sein Partner, ebenfalls mit einer kurzen MMA Periode gesegnet, ist ein Produkt aus dem NJPW-Dojo, war sogar IWGP Jr. Heavyweight Champion und GHC Tag Team Champion: Takuma Sano. Ihre Gegner sollten Fans der japanischen Szene bekannt sein, denn Isami Kodaka (hielt Title bei Big Japan, DDT oder All Japan) ist überall unterwegs und über Naomichi Marufuji braucht man auch keine Wörter mehr verlieren.

Die Anfangsphase war schwer Mattenlastig, Kodaka versuchte mit Fuke mitzuhalten und konnte einige Erfolge einfahren. Wurde er jedoch anschließend von Fuke in einen Choke genommen, Kodaka rettete sich aber ins Seil. Marufuji und Sano gingen es schneller an, Kicks flogen hier und da auf Körperextremitäten. Der NOAH-Wrestler wurde von Fuke und Sano arg in Bedrängnis gebracht, in buchstäblich letzter Sekunde gelang ihm der Wechsel zu Kodaka. Der Mann von DDT konnte aufräumen, brachte Sano sogar mit einem Brainbuster auf die Matte. Mit zunehmender Matchlänge fanden sich Kodaka und Marufuji immer besser und konnten den Kampf durch einen doppelten Knee Strike gegen Takaku Fuke für sich entscheiden.

Ren Narita & Yuji Nagata vs. Hiroyoshi Tenzan & Shota Umino

New Japan Showcase Match zwischen zwei “Dads” und zwei Young Lions. An sich fand ich die Idee des Kampfes ganz gut, jedoch hätte ich mich gefreut wenn Shota und Narita mal gegen “Outsider” gekämpft hätten. Satoshi Kojima (zu dem Zeitpunkt der Show noch verletzt) begleitete seinen Partner Hiroyoshi Tenzan zum Ring, was die anwesenden Fans erfreute. Mit Red Shoes als Referee kam wirklich etwas “Shin Nihon” Feeling auf. Nagata und Tenzan starteten den Kampf, und begannen sich mit Schlägen in einem abwechselnden Abtausch zu begeben. Tenzan, der laustark angefeuert wurde, setzte “Blue Justice” mit seinen Mongolian Chops zu, ehe der Arbeitstag für Shota Umino begann.

Sehr explosiv und motiviert ging Umino ans Werk, nur um nach wenigen Sekunden das Heft völlig an Nagata zu übergeben. Als Narita eingewechselt worden war, hatten wir wieder ein “equal matchup”. Narita nutzte Nagatas Vorarbeit nur halb so gut, wurde nach einem Whip-In von Shota mit einem Dropkick schwer getroffen. Die Zuschauer waren dann sofort da, als Shota Nagata vom Apron stieß. Wenn Shota und Nagata im Ring waren, machte es sehr viel Spaß zu zuschauen, was man von Tenzan nicht behaupten konnte. Nicht überraschend waren es die angesprochenen Nagata und Shota, die auch das Finish unter sich ausmachten. Nagatas Kick gegen die Brust wurde von Shota abgefangen, die Ohrfeigen hätte er sich lieber gespart. Nagata, sauer wie eine Zitrone, slappte Umino und fertigte den Youn Lion mit dem Backdrop Hold ab.

In der Pause wurden einige Leute gezeigt, die über Yoshihiro Takayama quatschten. Stan Hansen (AJPW-Legende), Genichiro Tenryu (Ehemals NJPW, AJPW), Keiji Muto (ehemals NJPW, AJPW), Kenta Kobashi (ehemals AJPW, NOAH), Masahito Kakihara (Ehemals AJPW, NJPW), Nobuhiko Takada (Ehemals NJPW, PRIDE MMA Promoter) und sogar KENTA (jetzt Hideo Itami) ließ es nicht nehmen über Takayama ein paar nette Worte zu verlieren.

Kazusada Higuchi, Ryota Hama & Suwama vs. Shuji Ishikawa, Yuji Hino & HARASHIMA

Eine Ansammlung von Irren! Mit HARASHIMA (DDT), Shuji Ishikawa (Freelancer, ehemaliger BJW, AJPW und DDT Champion) und Yuji Hino (Wrestle-1) standen auf der einen Seite schon drei richtig gute Männer. Auf der anderen Seite? Kazusada Higuchi (DDT), Ryota Hama (BJW) und Suwama (AJPW). Nicht minder schlechter! Ich hoffte auf ein Fest der Schmerzen und ich freute mich auf allerlei Schund mit Chops, Slaps und Co. Am Kommentatorenpult nahmen nun Kenta Kobashi und Kensuke Sasaki noch Platz, für die japanischen Fans wohl das Valhalla der Wrestling Vergangenheit. Für HARASHIMA war eines sicher in diesem Kampf, denn er war der leichteste und kleinste. Mit schnellen Bewegungen konnte er auf dem Boden gut gegen Suwama mithalten, als der DDT-Mann jedoch Shuji Ishikawa einwechselte, schlug mein Herz etwas höher. Ich liebe solche Kämpfe, Hoss-Fights, dicke Kerle die sich alles um die Ohren hauen. Ryota Hama kam schon schwitzend in den Ring, für seinen enormen Leib ist Hama-san jedoch äußerst agil. Keinen Millimeter weichte Hama den Shoulderblocks von Ishikawa aus, mit einem verschnitzten Grinsen empfing er den ehemaligen Triple Crown Champion immer und immer wieder, nur um ihn mit seinem ersten Versuch sofort auf die Matte zu schicken. Auch die anderen Teilnehmer, Higuchi und Hino, ließen es mit gewaltigen Chops so richtig krachen.

Mehr brauchte ich gar nicht mehr, vielleicht nur einen Sack voll Moneten um mir das mal Live anzuschauen. Es eskalierte völlig! Alle Männer waren kreuz und quer durch die Korakuen Hall zerstreut, Stühle kamen zum Einsatz – Herrlich meine Freunde! Higuchis Brust sah aus wie rohes Mett, ich liebe den Kerl. Ich weiß nicht woran es liegen mag, aber er bekommt für mich zu wenig Beachtung im Japan-Zirkus. Vielleicht liegt es daran, dass er beinahe nur ausschließlich für seine Heimatpromotion DDT unterwegs ist. HARASHIMA und Hamas Sequenzen im Ring, sind auch goldwert. Allgemein ist Hama, neben Haguchi und Hino, mein MVP des Kampfes. Apropos Hino: Yuji Hino versuchte Hama zu choppen, der ehemalige Sumoringer wich jedoch keinen Millimeter bei Seite. Ein Bodyslam Versuch scheiterte, Hama fiel einfach wie ein nasser Sack auf Hino. Die DDT Burschen, HARASHIMA und Haguchi, machten das Match untereinander aus, so konnte der Rekord KO-D Champion HARASHIMA nach einer Rana mit seinem Somato den Sieg holen.

Tokyo Gurentai (MAZADA & NOSAWA Rongai) & Minoru Suzuki vs. Taiyo Kea, TAKA Michinoku & Shuji Kondo

Ich bin ehrlich, wie sollte man mich jetzt noch kriegen nach dem vorherigen Kampf? Mit MAZADA und NOSAWA waren jetzt nicht gerade meine Lieblinge im Kampf involviert. Minoru Suzuki und Taiyo Kea fingen an, von Kea hatte ich seit Jahren nicht mehr großartig einen Kampf gesehen. Randnotiz für die Leser: Taiyo Kea trat beim ersten Wrestle Kingdom 2007 gegen Hiroshi Tanahashi um die IWGP Heavyweight Championship an, verlor den Kampf jedoch. Suzuki hielt Kea gekonnt auf der Matte, der Hawaiianer befreite sich ein paar mal, hatte im großen aber keine Chance gegen Minoru auf der Matte. Sehr ironisch, dass sich Uncle Minoru aufregte wie ein Rohrspatz wenn sein (eigentlicher) Untertan TAKA Michinoku in die tiefe Kiste der Boshaftigkeit griff, herrlich. Referee Kyohei Wada zählte NOSAWA oftmals an, als dieser Anstalten machte illegal in den Ring zu gehen. Und was passierte währenddessen? TAKA betrügte wie ein Halunke. Als der K-Dojo Chef seinen Suzuki-gun Chef vom Apron hauen wollte, schickte Suzuki den bösen Blick rüber. TAKA fiel aus dem Ring und Minoru jagte TAKA quer durch die Halle, schmiss ihn auf Stühle und kam bei Kobashi und Sasaki an. Suzuki hielt TAKA vor Sasaki, er sollte ihn choppen – NO! TAKA drehte den Spieß um und Kensuke Sasaki choppte Minoru Suzuki.

Die Fans riefen nach “Kobashi” und er lieferte ab! Suzuki baute sich anschließend vor Kobashi und Sasaki auf, es sah nach Keilerei aus, bis Suzuki die “Time Out” Geste machte und zum Ring stampfte. Im Ring war wieder Referee Wada im Mittelpunkt, als er einen Pinfallversuch von NOSAWA erschreckend langsam zählte. Suzuki hatte sichtlich Spaß in dem Match, quälte er TAKA fortan auf’s übelste. TAKA befreite sich mit einem High Kick, Minoru revanchierte sich mit einem  Dropkick und erledigte Michinoku mit seinem Gotch-Style Piledriver. Alle Beteiligten versammelten sich anschließend im Ring um Suzukis Rede zu lauschen, sogar Takayama-himself meldete sich via Videobotschaft aus dem Krankenhaus zu Wort. Erschreckend wenn man sieht wie es ihm geht, ich wünsche ihm weiterhin alles gute un Viel Kraft. Den perfekten Abschluss fand, einmal mehr, Minoru Suzuki als er die Show mit Takayamas “NO FEAR” Geste beendete.

Fazit: Eine sehr solide und spaßige Charity Show für den ehemaligen IWGP Heavyweight Champion Yoshihiro Takayama! Die Show hatte nun mal einige Facetten im Petto, sei es Comedy, schnelles Wrestling, Matwrestling oder Hoss-Fights. Ich kam voll auf meine Kosten und es war eine gelungene Abwechslung zu meinen sonstigen Programm. Mit drei Stunden eine beachtliche Zahl, wenn man auf meine elitäre Meinung beharrt, würde ich sagen, dass ihr die letzten zwei Kämpfe euch anschauen könnte.

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