Interview: Oskar Münchow

Vor zirka zehn Tagen berichteten wir, dass ein deutscher Wrestler ins New Japan Pro-Wrestling Dojo akzeptiert worden ist: Oskar Münchow. Der zwei Meter große Münchow, eigentlich aus Hamburg, schloss sich Anfang 2019 dem Fale Dojo in Auckland, Neusseland an, um eine Chance auf einen Platz im prestigreichen NJPW-Dojo in Tokio zu bekommen. Wir trafen Oskar zu einem Interview.

Shuyaku: Hallo Oskar, schön dass du dir die Zeit genommen hast um mit uns ein Interview zu führen. Ich hoffe du hast die Feiertage genossen, wie geht es dir aktuell? Stress Pur oder die Ruhe vor dem Sturm?

Oskar: Moin Chris, aktuell erhole ich mich noch im Sommer Neuseelands bevor es für mich nach Japan geht. Nochmal schön Energie sammeln bevor es dann Attacke heißt im Dojo!

S: Was war überhaupt dein erster Kontakt zum Wrestling?

O: In der Grundschule habe ich immer diese WWE Poker Chips gesammelt und somit musste ich damals natürlich mir auch diese Wrestler auf Youtube angucken. Ich hab aber nicht angefangen aktiv und regelmäßig zu gucken bis zum Jahr 2013. Da hat mich dann das Wrestling Fieber komplett gepackt und ich habe alles geguckt was ich finden konnte.

S: Wie bist du zum Fale Dojo gekommen? Wurdest du eingeladen oder hast du dich beworben?

O: Ich habe mich dort Mitte 2018 beworben. Nach einigen E-Mails wurde ich dann dort angenommen und mein Training startete dann im Februar 2019. Mein Ziel war es seitdem ich angefangen habe NJPW zu schauen es in das Young Lion System aufgenommen zu werden. Nach einigen Wochen Recherche habe ich dann heraus gefunden dass Fale Dojo der beste Weg ist es dorthin zu schaffen.

Oskar Münchow, Jado, Tony Kozina, Jake Taylor & Toks Fale, (c) Fale Dojo



S: Hast du in Deutschland vorher eine Ausbildung genossen und auch gekämpft?

O: Ja! Im Februar 2017 habe ich im Nordisch Fight Club angefangen zu trainieren. Meine Head Coaches waren dort Karsten Kretschmer und Veit Müller. Ende 2018 hatte ich 2 Kämpfe bei der IPW in Lübeck.

S: Seit wann verfolgst du New Japan Pro-Wrestling?

O: Bis auf einige Matches die ich über die Jahre auf Youtube geschaut habe, war mein erster richtiger Event Wrestle Kingdom 11. Nach dem Main Event Okada vs Omega habe ich mir das ganze Event angeschaut und war direkt drin. Kurz nachdem begann ich auch mit meinem Wrestling Training.

S: Hast du Vorbilder im Wrestling?

O: Bruiser Brody, Stan Hansen und Barry Windham. Über die letzten Monate hinweg habe ich quasi täglich Old School Wrestling studiert. Besonders angetan haben es mir Bruiser Brody und Stan Hansen mit ihren legendären Kämpfen in Japan. All Japan Wrestling war großartig zu der Zeit. Barry Windham ist ebenfalls ein Mann den ich studiere. Alle 3 bringen einen eigenen Wrestling Stil mit sich den man heutzutage leider nicht mehr sieht. Als Kind war ich großer Fan von Shawn Michaels.

S: Kannst du uns einen kurzen Einblick ins Fale Dojo Leben geben?

O: Bei weitem das härteste Training dass ich je hatte. Das Dojo hier ist zwar nur eine Vorstufe zum Dojo in Tokio und man wird hier vorbereitet für das Training in Japan. Aber es ist absolut knochenhart und nicht jeder hält dass aus. Im letzten Kurs hat ein Teilnehmer in der ersten Woche aufgeben. Täglich wird man hier an sein Limit gebracht. Körperlich sowie mental wird man hier getestet. Ob 1000 Kniebeugen oder Hunderte von Hindu Liegestütze oder was ganz anderes. Jeder Tag ist hier anders und jeder Tag ist eine neue Herausforderung.

S: Wie schwer war die Umstellung von Deutschland zu Neuseeland?

O: Ich finde das Neuseeland gegenüber Deutschland nicht allzu anders ist also war es keine große Umstellung für mich persönlich. Von 2015 bis 2016 habe ich ein Jahr in den USA gelebt also war die Sprachbarriere mich nicht da. Die größte Umstellung für mich persönlich war es mit Fremden die über 11 Monate zur Familie geworden ist zusammen zu leben. In Deutschland habe ich mit meiner Mutter noch zusammengelebt. Daher war dies komplett Neuland für mich. Es war eine wundervolle Erfahrung so viele tolle Wrestler aus so vielen Ländern kennen zu lernen. Man wird in der Zukunft sehr viel von Absolventen dieses Dojo hören. Nicht nur in NJPW sondern auch WWE.

S: Warum hast du dich für das weit entfernte Fale Dojo entschieden und nicht, bspw., für das wXw Dojo?

O: Ich habe tatsächlich eine Woche in der wXw Academy trainiert aber von Deutschland aus nach Japan zu kommen ist sehr schwer meiner Meinung nach. Bis auf einige Shows von NJPW in England ist man sonst nicht in Europa zu finden. Da keine Schule in Deutschland aktiv mit NJPW zusammen arbeitet ( zumindest heutzutage nicht mehr) war da schnell klar das ich mein Training woanders fortsetzen musste. . Tony Kozina und Bad Luck Fale beide als Trainer zu haben ist sehr schwer zu überbieten. Diese Kombination von dem amerikanischen und japanischen Stil zu erlernen ist nirgendwo anders möglich.

S: Wie hat NJPW dich “erscoutet”?

O: Fale Dojo ist mit dem LA Dojo eins der einzigen Dojos auf der Welt das verbunden ist mit NJPW. Über meine ganze Zeit hier wird beobachtet von den „Scouts“. Die Entscheidung dass ich ins Tokio Dojo akzeptiert wurde ist gefallen als Jado San vor einigen Wochen zu Besuch im Dojo war. Dort hat er uns über 3 Tage beim Training zugeschaut. Danach wurde mir dann mitgeteilt dass es für mich nach Japan geht.

S: Danke dir Oskar für die Chance mit dir sprechen zu können und für deine Offenheit. Wir von Shuyaku wünschen dir sehr viel Erfolg in deiner weiteren Laufbahn und hoffentlich sehen wir dich irgendwann mal im Tokyo Dome.

O: Vielen Dank für die Möglichkeit NJPW und Fale Dojo ein wenig mehr nach Deutschland zu bringen. Guten Rutsch!

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